
Täler im Inland (Gipuzkoa)
Kleinstädte mit ihren Sehenswürdigkeiten, umsäumt von bedeutenden Gebäuden und Tempeln; Schmieden und Salzbergwerke die uns an vergangene Zeiten erinnern; natürliche Plätzchen und Umgebungen mit hohen Gipfeln; und ländliche Ortschaften mit malerischen Bauernhöfen die sogar in vereinzelten Fällen in industrialisierten Gebieten liegen. Dies sind nur ein paar der Reize der drei Landkreise, die eine Art eigene Identität genießen dürfen: Tolosaldea und die hochgelegenen Gebiete der Flüsse Urola und Deba zählen zum grünen Guipuzkoa, das wiederum gleichzeitig ländlich, industriell und mit Monumenten versetzt ist.
Entlang des Flusslaufs des Oria und unterhalb der unverkennbaren Silhouette des Berges Txindoki (1.346 m) liegt Tolosaldea, gemeinsam mit Goierri eine der Gegenden, in der die kulturellen und folkloristischen Traditionen des Baskenlandsam besten erhalten geblieben sind. Die Bezirkshauptstadt Tolosa war früher einmal eine gewisse Zeit lang die Hauptstadt Guipuzkoas und ist heutzutage bekannt für ihre nicht nachlassende kulturelle Betriebsamkeit - mit internationalen Chorgesangs- oder Marionettenwettbewerben - aufgrund der Tradition der Boinaherstellung ( Boina ist die typische Baskenmütze) und wegen der Erhaltung einiger der besonders beliebten Karnevale. Ebenso wenig dürfen wir aber die Spezialitäten der Konditoreiwaren vergessen oder die Märkte und Messen mit saisonalne Produkten, die nicht nur hier in der Ortschaft, sondern auch in der gesamten Umgebung veranstaltet werden. Außerdem zeichnet sich auch diese Gegend durch ihr breites gastronomisches Angebot aus: Mehr als nur bekannt sind z.B. die Bohnen aus Tolosa, die Pfefferschoten aus Ibarra, der Apfelwein und die Rinderkoteletts, etc. Weiter im Landesinneren, lohnt es sich, durch die kleinen, ländlichen Dörfer wie Amezketa oder Abaltzisketa zu streifen, die von einer traumhaften, idyllischen Landschaft umgeben sind.
Die Täler der Flüsse Urola und Deba
Das Ländliche und das Städtische leben seit Jahrhunderten in der hochgelegenen Region des Flussbetts des Urola nebeneinander. Im sogenannten Valle del hierro (Tal des Eisens), bestehend aus den Ortschaften Zumarraga, Urretxu, Legazpi und Ezkio-Itsaso, lagen zahlreiche Eisenhütten, Stauwerke und Mühlen, die entlang den Flussufern des Urola entstanden. Heutzutage zeigt sich die Kultur des Eisens in der Schmiede Mirandola de Legazpe, wo uns das einstige Gewerbe der Kunsthandwerker nahe gebracht wird. Auch die Arbeit der Schäfer und der Landwirtschaftsbetriebe war von Bedeutung, was sich im ebenfalls in Legazpi befindlichen Ekomuseo del Pastoreo (Museum der Geschichte des Weidens und Viehhütens) und auf dem Bauernhof Igartubeiti in Ezkio-Itsaso sehen lässt.
Das Innere der Provinz Guipuzkoa ist jedoch vor allem mit vielen Denkmälern versehen. Wir befinden uns in den Ländereien Ignacio Loyolas (Gründer eines Jesuitenordens) und treffen dort auf die berühmte Route der drei Tempel, die es den Besuchern ermöglicht, drei Perlen der Romanik, des Barocks und der Moderne kennen zu lernen: Die Kapelle La Antigua in Zumarraga, die Basilika von Loiola in Azpeitia und letztendlich, wenn man das Tal wechselt, das Saktuarium von Arantzazu in Oñati, zu Füßen des Naturschutzgebiets Aizkorri. Es ist besonders die letzte Ortschaft, die einen der größten Anziehungspunkte des Alto Deba darstellt, da sie über zahllose, architektonische Beispiele verfügt, die von der Gotik der Kirche San Miguel bis zum bezaubernden Baustil der Renaissance der Universität von Sancti Spiritus reichen.
Bergara ist eine andere höchst interessante Stadt bezüglich ihrer Denkmäler. In ihrer Altstadt stehen die altadeligen Häuser sehr nahe an den Kirchen und verschieden anderen historischen Gebäuden, wie z.B. der Bau, der einst das königliche Seminar beherbergte und heute eine wichtige Referenz der wissenschaftlichen Welt des 18. Jahrhunderts ist. Im südlichsten Teil Guipuzkoas liegt Leintz-Gatzaga, eine Ortschaft, die ursprünglich sehr stark mit der Salzgewinnung verbunden war. Sie erhält selbst heute noch einige der Stadttore, die davon zeugen, dass sie einst ein wichtiger Durchgangsort des königlichen Weges in Richtung Castilla war. Es lohnt sich ein gemütlicher Spaziergang durch die Gassen und Straßen ihrer Altstadt oder ein entspannender Besuch des Salzmuseums, das sich in den ehemaligen Einrichtungen befindet, die jahrhundertelang der Gewinnung des sogenannten "weißen Goldes" dienten.